Der Weg zum Burnout

Zeichen, Gefühle und Emotionen auf den Weg zum Burnout


Etwas stimmt nicht mehr, und ich weiss es...

Hand auf’s Herz, wenn es mir seit längerer Zeit nicht mehr gut geht, brauche ich keinen Test, der mir sagt ,dass irgendetwas nicht mehr stimmt. Und macht es etwa einen Unterschied, ob ich jetzt per Definition in einer „Lebenskrise“ bin, unter „chronischem Stress“ leide oder kurz vor einem „Burnout“ oder vor einer „Depression“ stehe?

Abwarten, es wird schon wieder...

Mein Körper hört nicht auf, mir seit längerer Zeit Signale zu senden. Er gibt mir klar zu verstehen, dass etwas nicht mehr in Harmonie ist, dass es ein Problem gibt und ich mich darum kümmern soll. Und eigentlich habe ich das auch verstanden, aber....

Probleme zu haben, ist in unserer Gesellschaft nicht cool und passt so gar nicht zu einem erfolgreichen Menschen. Was sollen die anderen denken? Dass ich schwach bin? Dass ich ein Burnout habe und ein Versager bin? Ausgerechnet ich?! Und überhaupt, was würde dann mit meinem Job oder mit meiner Beziehung passieren? Ich muss die Signale meines Körpers nicht ernst nehmen. Mein Geist ist stark, ich werde das schaffen, ich habe das immer geschafft, es wird schon wieder...

Es wird immer wie schlimmer, plötzlich drehe ich mich im Kreis, ganz alleine...

Ich bin in eine schwierige Situation geraten. Je schlechter es mir geht, desto mehr gehe ich den anderen aus dem Weg. Ich will nicht, dass Sie sehen, wie schlecht es mir geht. Ich glaube nicht einmal, dass mich irgendjemand überhaupt verstehen könnte. Meine Situation ist einmalig und komplex, ich habe eigentlich gar keine Wahl, ich muss mein Problem selber lösen, so wie ich es immer gemacht habe.

Ich merke, wie ich mich immer mehr im Kreis drehe, an Klarheit verliere und ungeduldig werde. Ich spüre den Stress, non-stop. Er hindert mich daran, klar zu denken, macht mir Mühe, meine Gedanken auf die Reihe zu kriegen. Es nervt, ich bin genervt, die anderen nerven, weil sie mich nicht verstehen, selbst wenn ich ihnen erzählen würde, wie schlecht es mir geht, würden sie mich nicht verstehen.

Die Arbeit ist ein Chaos, ich muss mich neu orientieren...

Mein Umfeld ist zweifelsohne für den Stress verantwortlich. Vieles ist in meinem beruflichen Umfeld vorgegeben. Ich kann mir weder meine Vorgesetzten noch meine Kollegen aussuchen und meine Funktion kann ich auch nicht einfach so wechseln.

Ich habe schon gemacht, was mir möglich war. Einige Massnahmen zur Stressreduktion habe ich bereits umgesetzt, wie zum Beispiel die Klärung meiner Rollen und Verantwortungen, die Regelung der Arbeitszeiten und die Optimierung der Kommunikations- oder Eskalationswege.

Schön, ein erster Schritt, tatsächlich aber nur der buchstäbliche Tropfen auf den heissen Stein, grundsätzlich hat sich nichts Wesentliches geändert. Es geht mir immer noch nicht gut, es ist und bleibt ein Chaos, der Knoten in meinem Inneren hat sich nicht gelöst, nicht einmal ein kleines bisschen.

Es gibt Tage, da würde ich am liebsten gar nicht mehr arbeiten gehen. Ich glaube, ich muss mich neu orientieren. Dann kommen Momente, in welchen ich mich frage, ob Weglaufen meine Probleme vielleicht lösen würde? Ist es wirklich nur das falsche Unternehmen, der falsche Job, ist es so einfach?


Und wie soll es privat weitergehen?...

Auch im privaten Umfeld spüre ich Druck und Stress. Ich habe Familie und die Erwartungen sind hoch, es kommen immer wieder neue Pläne, als ob alles beim Alten geblieben wäre.
Ich will sie nicht enttäuschen, ich bin stark, war es immer, ich werde nichts sagen. Und doch denke ich oft, merkt denn keiner, dass ich gegen die Wand fahre? Eigentlich wäre es schön, wenn sie Gedanken lesen könnten. Und dann? Wenn sie hinter meine Fassade sehen? Sicherlich wären plötzlich alle überrascht, unsicher, besorgt und vermutlich enttäuscht. Sie wären verängstigt und hilfslos. Ich hätte dann zusätzlich noch mehr Sorgen und Probleme. Will ich das?

Natürlich kommen in diesem Spannungsfeld Konflikte auf. Ab und zu muss ja auch mal Dampf raus, und wenn, dann lieber Zuhause und nicht im Geschäft. Wenn das aber so weiter geht, fürchte ich, dass meine Beziehung das nicht mehr allzu lange aushalten wird. Manchmal habe ich die Kraft nicht mehr und muss zuschauen, wie mit jeder Auseinandersetzung noch ein Stück Vertrauen verloren geht. Mir ist klar, wenn es zum Beziehungsbruch kommt, fahre ich definitiv in die Wand. Das wäre der Schluss der Geschichte.

Auch im privaten Umfeld habe ich geändert, was ich konnte. Ich habe versucht, mit konkreten Massnahmen Stress zu reduzieren, wie z.B. mit Setzen von Prioritäten, Reduktion meiner Verpflichtungen, Planung von Ruhe- und Urlaubszeiten und die Einführung einer Budgetplanung und -kontrolle.
Doch trotz allem ist das Gefühl geblieben, dass ich mein wirkliches Problem nicht losgeworden bin.


Dann stimmt bei mir irgendetwas nicht mehr...

In Momenten der Verzweiflung, aus der Angst heraus und mit der Wut im Bauch habe ich manchmal Lust, mit dem Finger auf jemanden zu zeigen oder es einfach den anderen in die Schuhe zu schieben, egal wem. Aber tief in mir drin weiss ich sehr wohl, dass das nicht fair ist.

Ich weiss, dass irgendetwas auch bei mir einfach nicht stimmt. Aber was ist es?! Ich bin doch mit meiner Persönlichkeit bis jetzt ganz gut durchs Leben gekommen. Wieso funktioniert es nicht mehr?


Krisen waren nur für andere...

OK, die Umstände haben sich verändert, ich habe mich vielleicht auch verändert. Ich verfüge sicher nicht mehr über die gleiche Geduld oder Energie wie früher. Ist es normal in meinem Alter? Der übliche Lauf des Lebens? Muss da jeder durch?

Ich wusste, dass Krisen im Leben normal sind. Ich hab das auch schon öfters erlebt, man packt sie an, übersteht die Krise und weiter geht’s. Ich habe andere gesehen, die in Krisen stecken geblieben sind und einfach nicht raus gekommen sind. Das fand ich normal, eine schwache Phase kann vorkommen, shit happens. So etwas konnte aber nur den anderen passieren, nicht mir.

Und jetzt stecke ICH selber mitten drin, sehe keinen Ausweg und habe keine Energie und keine Kraft mehr...


Sie sind nicht allein, wir sind für Sie da

Wenn Sie sich auf diesem Weg befinden, zweifeln Sie nicht und rufen Sie uns an. Wir verstehen, wie es Ihnen geht, wir können konkret helfen. Wenn Sie früh genug reagieren, wird der Weg aus der Krise einfacher und kürzer sein, als das was Sie sich jetzt vielleicht denken mögen.